Samstag, 22. November 2014

Heilige Caecilia, bitte für uns!

22. November:



Caecilia war eine römische Jungfrau; sie stammte aus einem Adelsgeschlechte. Schon von Kindheit an wurde sie in der christlichen Lehre unterrichtet und weihte Gott ihre Jungfräulichkeit.

Später wurde sie wider Willen Valerian zur Ehe gegeben. In der ersten Nacht nach der Vermählung sprach sie zu ihm: Valerian, ich stehe unter dem Schutze eines Engels; dieser wacht über meine Jungfräulichkeit. Drum tu mir nichts an, was den Zorn Gottes wider dich erregen könnte! Auf diese Worte hin wagte es Valerian nicht, sie anzurühren. Ja, er erklärte sogar, er wolle an Christus glauben, wenn er diesen Engel sehen dürfe.

Caecilia erwiderte ihm, ohne Taufe sei das nicht möglich. Voll Verlangen, den Engel zu sehen, versprach er nun, sich taufen zu lassen. Auf Veranlassung Caecilias ging er dann auch zu Papst Urban, der wegen der Verfolgung in den Grabkammern der Martyrer an der Appischen Straße verborgen lebte, und ließ sich von ihm taufen.

Darauf kam er wieder zu Caecilia; er traf sie betend an und neben ihr sah er einen Engel, der ein himmlisches Licht ausstrahlte. Da staunte er, als er das sah. Sobald er sich von seinem Schrecken etwas erholt hatte, rief er seinen Bruder Tiburtius. Auch dieser ließ sich von Caecilia im Glauben unterrichten und von Urban taufen. Da durfte auch er den Engel schauen, den sein Bruder gesehen hatte. Beide erlitten kurz danach unter dem Statthalter Almachius mutig das Martyrium.

Bald darauf ließ dieser auch Caecilia verhaften. Er fragte sie zunächst, wo das Geld des Tiburtius und Valerian sei. Caecilia erwiderte ihm, das sei alles an die Armen ausgeteilt. Da wurde er so von Wut gepackt, dass er befahl, sie in ihr Haus zurückzuschaffen und in ihrem Bade zu verbrennen. Einen Tag und eine Nacht hielt sie darin aus, doch das Feuer berührte sie nicht einmal.

Da wurde der Henker zu ihr hineingesandt, dieser schlug sie dreimal mit dem Beile, konnte ihr aber das Haupt nicht abschlagen und ließ sie halbtot liegen. Nach drei Tagen ging sie in den Himmel ein, geschmückt mit der Doppelkrone der Jungfräulichkeit und des Martyriums. Es war am 16. September zur Zeit des des Kaisers Alexander. Ihr Leib wurde von Papst Urban selbst im Zömetrium des Kallistus beigesetzt.

In ihrem Haus wurde eine Kirche eingerichtet und zu Ehren der heiligen Caecilia geweiht. Von Papst Paschalis I. wurde ihr Leib, sowie die Leiber der Päpste Urban und Luzius, ferner die des Tiburtius, Valerian und Maximus von den Katakomben in die Stadt übertragen und in der genannten Kirche der heiligen Caecilia beigesetzt.


4. - 6. Lesung des Breviers zum Festtag der heiligen Caecilia; Deutsches Brevier 2. Band, hrsg. von Dr. Johann Schenk, Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1950, S. 954ff



Freitag, 21. November 2014

Aktionen gegen Genderideologie und Sexualisierung von Kindern

Gleich zwei Unterschriftenaktionen bitten zur Zeit um Unterstützung und Online-Unterschriften. Außerdem ruft die "Bekenntnisökumenische Erklärung" zum Kampf gegen Gender auf:

1.  Seit 17. November 2014 läuft bei CitizenGo die Aktion Finger weg von unseren Kindern! - Genderwahn sofort stoppen!  Sie richtet sich an die Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und fordert diese auf, die unselige Genderideologisierung zu stoppen und sich zusammen mit den Kultusministern der Länder dafür einzusetzen, dass das Schulrecht dahingehend geändert wird, dass Eltern nicht dazu gezwungen werden, ihre Kinder dem familienfeindlichen und persönlichkeitszerstörenden Sexualkundeunterricht auszuliefern. Der Wortlaut der Petition an Frau Schwesig:
Sehr geehrte Frau Bundesfamilienministerin,
Wir fordern Sie auf,  gemäß dem von Ihnen bei der Amtsübernahme abgelegten Eid, alles in Ihrer Macht stehende zu tun, um weiteren Schaden von unserem Volk abzuwenden, insbesondere die in Ihrem Zuständigkeitsbereich fortschreitende Genderideologisierung zu stoppen und damit dem Artikel 6 des Grundgesetzes wieder die Bedeutung zukommen zu lassen, wie sie den Vorstellungen der Väter des Grundgesetzes entsprechen.
Wir fordern Sie weiterhin auf, in Zusammenarbeit mit den Kultusministern der Bundesländer darauf hinzuwirken, dass die länderspezifischen Schulgesetze dem Geiste des Grundgesetzes angepasst werden, damit Eltern nicht mehr in Beugehaft genommen werden können, nur weil sie sich weigern, ihre Kinder in einen staatlich verordneten, familienfeindlichen und persönlichkeitszerstörenden Sexualkundeunterricht zu schicken.
Frau Bundesfamilienministerin, wir zählen auf Sie!

2.  Eine zweite Petition "Keine übergriffige Sexualkunde", initiiert von der "Christlichen Aktion" in der Person Martin Lohmanns, richtet sich in erster Linie an die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, dann aber auch an die Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka sowie an die Ministerin und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Sylvia Löhrmann. Die Bittschrift hat folgenden Wortlkaut:
Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel,
sehr geehrte Frau Bundesministerin für Bildung und Forschung Prof. Dr. Johanna Wanka,
sehr geehrte Frau Ministerin und Vorsitzende der Kultusministerkonferenz Sylvia Löhrmann,
mit besonderer Sorge beobachte ich die Entwicklung bei der sogenannten Sexualerziehung in den Bildungseinrichtungen unseres Staates und der Länder.

Ich verwahre mich gegen den Mißbrauch unserer Kinder durch eine der menschlichen Natur nicht angemessene Sexualisierung ohne Anspruch auf wirkliche Humanität und Persönlichkeitsentfaltung.

Ich vermisse eine wertschätzende Sprache sowie eine inhaltliche Nachhaltigkeit, die der Schönheit und Kostbarkeit gelebter Sexualität ebenso gerecht wird, wie der damit gegebenen Verantwortung im Umgang mit anderen und sich selbst.

Ich wehre mich gegen eine primitive Verdinglichung des anspruchsvollen Geschenks der Sexualität, die sich in der Lehre einer unreflektierten Triebbefriedigung äußert.

Ich fordere die Stärkung der Elternrechte zum Schutz ihrer Kinder und zu Abwehr jeder Übergriffigkeit, wie es auch Artikel 6 des Grundgesetzes vorsieht: „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“ (Art. 6 Abs. 1 S. 1 GG).

Ich wende mich gegen jede Form des Kindesmißbrauchs, auch wenn dieser sich als Aufklärung ausgibt.

Ich verlange ein Umdenken zu Nachhaltigkeit und Wertschätzung jetzt!
Mit freundlichen Grüßen

PS:
An Frau Ministerin Sylvia Löhrmann, Vorsitzende der Kultusministerkonferenz, richtet sich dieses Schreiben auch zur Weitergabe an die für das Schulwesen zuständigen Minister und Senatoren in den Ländern

Es ist sinnvoll, beide Petitionen zu unterschreiben (hier bzw. hier) um so an möglichst vielen Stellen deutlich zu machen, dass Bürger, denen das Wohl und die physische wie psychische Gesundheit ihrer Kinder wichtig ist, sich von Gender und Ideologisierung in Lehrplänen sowie im öffentlichen Leben distanzieren und eine Rückkehr zu den Werten des Grundgesetzes - auch in Lehrplänen - fordern.

3.  Außerdem haben Christen verschiedener Konfessionen zum Kampf gegen die Genderideologie aufgerufen.  In Gomaringen bei Tübingen veröffentlichten sie eine "Bekenntnisökumenischen Erklärung" (s. hier via kath.net). Zu den 50 Erstunterzeichnern gehören zahlreiche namhafte Personen, wie z. B. der Salzburger Weihbischof Andreas Laun und die bekannte Psychtherapeutin und Buchautorin Christa Meves.


Weiteres zum Thema "Genderideologie":

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Donnerstag, 20. November 2014

Die Kirche ist der Ort, wo man den Tod überwindet

Gerade fand ich auf dem leider seit November 2011 nicht mehr wietergeschriebenen Blog von P. Willibrord Driever OSB (Abtei St. Ottilien/ Rom) folgenden Eintrag über eine wunderbare Wahrheit des katholischen Glaubens:

Das etwas andere Kirchenbild

Vor einigen Tage habe ich eine Wallfahrt gemacht zum Grab des heiligen Pater Pio in San Giovanni Rotondo. Ich habe mir sehr viel Zeit genommen, um die Mosaiken auf dem Weg zur Unterkirche und in der Unterkirche zu betrachten. Dabei half mir eine Schrift: Marko I. Rupnik, "Der Weg zum Palast des Königs im Himmel": Eine Erklärung der Mosaiken.

Mehrere Bilder haben mich persönlich angesprochen. Bei einem Bild jedoch dachte ich an so manche schriftliche und mündliche Diskussion in Deutschland über das, was die Leute sagen, was die Kiche sei...

Es ging um das folgende Bild und die Beschreibung:

"CHRISTUS KOMMT DUCH DIE GESCHLOSSENE TÜR UND HAUCHT DEN JÜNGERN DEN HEILIGEN GEIST EIN FÜR DIE VERGEBUNG DER SÜNDEN.
Durch die Vergebung der Sünden lässt und der Heilige Geist in der Kirche an der Auferstehung Christi teilhaben.
Die Kirche ist der Ort, wo man den Tod überwindet. Dank der Sündenvergebung, die dir Verbindung mit Gott wieder herstellt und uns mit Christus vereint, wechseln wir von einer vom Tod verdorbenen Zeit zu einem unvergänglichen Leben. Mit der Sündenvergebung mittels des Heiligen Geistes gelangen wir mit Christus und in Christus zur ewigen Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott."

Soweit der Text.

Was mich beeindruckte:
1. diese fraglose Selbstverständlichkeit der Aussage.
2. diese unschuldige Unbekümmertheit.
3. dieses Nicht-Problematisieren.
4. die Glaubenssicherheit, die sich darin verbirgt und offenbart.
5. die Dankbarkeit für diese von Gott geschenkte sakramentale Realität.
6. der Blick auf das Wesentliche.
7. die Klarheit der Erkenntis der Vernunft im Licht des Glaubens.

Was mich besonders angesprochen hatte, war der Satz: "Die Kirche ist der Ort, wo man den Tod überwindet."

Es kam der Wunsch auf: Mögen doch alle, die von der Kirche und über die Kirche reden, sich ärgern, auf ihre Sünden und Fehler hinweisen und deswegen austreten... von diesem Mysterium eine Ahnung bekommen.
Mögen doch Zeugen auftreten, die dieses Mysterium bezeugen.

Danke, P. Willibrord, für die Mitteilung dieser Gedanken!


Weiteres zum Dienst der Kirche für einen jeden Menschen:


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Mittwoch, 19. November 2014

Wenn alle untreu werden...

















Wenn alle untreu werden,
So bleib’ ich dir doch treu;
Dass Dankbarkeit auf Erden
Nicht ausgestorben sei.
Für mich umfing dich Leiden,
Vergingst für mich in Schmerz;
Drum geb' ich dir mit Freuden
Auf ewig dieses Herz.

Oft muss ich bitter weinen,
dass du gestorben bist,
Und mancher von den Deinen
Dich lebenslang vergisst.
Von Liebe nur durchdrungen
Hast du so viel getan,
Und doch bist du verklungen,
Und keiner denkt daran.

Du stehst voll treuer Liebe
Noch immer jedem bei;
Und wenn dir keiner bliebe,
So bleibst du dennoch treu;
Die treuste Liebe sieget,
Am Ende fühlt man sie,
Weint bitterlich und schmieget
Sich kindlich an dein Knie.

Ich habe dich empfunden,
O! lasse nicht von mir;
Lass innig mich verbunden
Auf ewig sein mit dir.
Einst schauen meine Brüder
Auch wieder himmelwärts,
Und sinken liebend nieder,
Und fallen dir ans Herz.

Novalis (1802)


Dienstag, 18. November 2014

Bischof Oster: Glaubensmangel führt zur Entfremdung von Gott und zu Unverständnis für ein Leben aus dem Glauben


Seit gut einem halben Jahr ist der Salesianer Don Boscos und Dogmatiker Dr. Stefan Oster Bischof des Bistums Passau. Seitdem meldet sich der derzeit jüngste deutsche Oberhirte immer wieder mit deutlichen Klartexten zu Wort, sei es in Predigten oder in kurzen schriftlichen Erklärungen zu derzeit diskutierten und hinterfragten Haltungen und Lehren der Kirche.

Nun hat sich Bischof Oster zur Sexualmoral der Kirche geäußert: Er sei wiederholt - auch auf FB - gefragt worden, wie er denn zu den verschiedenen Spielarten der sexuellen Praxis der Menschen stünde. Er folge, so Oster, in seiner Antwort mit Überzeugung der Position der Kirche...

Bischof Oster führt die Schwierigkeiten, die viele Gläubigen mit einem Leben nach Gottes Geboten und der Lehre der Kirche haben, zurück auf einen Mangel an christlichem Glauben, Mangel an realer Erfahrung von Bekehrung und Verwandlung in den "neuen Menschen" und einer nicht vollzogenen konkreten Erneuerung des Lebens in der Nachfolge Christi. Bischof Oster schreibt:

Der Glaube daran, dass Gott in Christus wirklich da ist, dass er uns real und schon in diesem Leben, berühren, heilen, verwandeln kann in neues, besseres, gottbezogenes und gottgefälliges Leben, dieser Glaube scheint, in unseren Breiten in den letzten Jahrzehnten mehr und mehr zu verdunsten. Wie viele glauben wirklich noch, dass Christus das Leben eines Einzelnen tatsächlich im Hier und Jetzt spürbar erneuern kann? Wie viele glauben wirklich noch, dass sie durch Christus „neu geboren“ (Joh 3,3) sind, tatsächlich „neue Schöpfung“ (2 Kor 5,17) sind? Und zwar so, dass sie es an realen und konkreten Lebensvollzügen festmachen können? Die Schrift ist aber voll davon, dass die Brüder und Schwestern jetzt wo sie, den Glauben angenommen haben, ihrem alten Leben entronnen sind, ihrer Gefangenschaft in solchen Bedürfnissen, Trieben und Egoismen, die auf alles mögliche, aber nicht auf Gott hin orientiert waren (vgl. 1 Petr 1,14; 2 Petr 1,9, Hebr 10,32; 1 Thess 1,9; Kol 3,7; Eph 4,17-­‐20 u.a.).

Wer hat in volkskirchlichen Breiten, in denen der Glaube von Jahr zu Jahr, von Generation zu Generation schwindet, denn noch die reale Erfahrung von Bekehrung und wer hätte konsequent auch noch zusätzlich das Bestreben, kraft einer geduldigen, beständigen, alltäglichen Bekehrung mit der Hilfe Gottes ein neuer Mensch, ein echter Christ zu werden? Einer, der Gott, der Christus kennt, der ihm wirklich nachfolgen, der sein Kreuz tragen will? Einer, der von ihm die Fülle und die Freude erwartet und diese nicht leicht verwechselt mit den Freuden, die nur diese´Welt gibt?,All das ist Kern einer christlichen Anthropologie und des christlichen Menschenbildes, von dem wir – ohne diesen Kern wahrzunehmen -­‐ all zu schnell und damit oft auch allzu weich gespült in unserem gesellschaftlichen Diskurs reden.

Bischof Oster entlarvt auch das Gerede von einem anspruchs-losen Gott und seiner bedingungs-losen Erlösung des Menschen aus seiner misslichen Lage, aus  der Verstrickung in Sünde und Schuld. Es reicht nicht aus, zu wissen und wahrzunehmen, dass Gott uns Erlösung geschenkt hat. Der Mensch muss die Erlösung auch annehmen, indem er sich bekehrt und umwandeln lässt. Nicht Gott muss sich dem Menschen anpassen, sondern der Mensch ist gerufen, Gottes Anspruch zum Heil(ig)-Werden ernstzunehmen. Das heißt nicht, dass Gott zwingt - nein, seine Liebe ist absichtslos -, aber wenn der Mensch ergriffen ist von der Liebe Gottes, so ist ihm Gottes Gesetz und Wille das Mittel, um dem Geliebten nahe zu sein, sich Gottes Willen anzugleichen und heil(ig) zu werden:

Wer hätte denn noch wirklich Ehrfurcht vor der Gegenwart Gottes in einem Gotteshaus? Wer fällt hier wirklich angesichts seiner Gegenwart noch voller ernsthafter Demut auf die Knie, weil er weiß, wer Gott ist und wer er selbst im Verhältnis zu diesem Gott ist? Und wer blendet umgekehrt nicht gerne die Tatsache aus, dass der vermeintlich so liebe Jesus in etwa einem Drittel seiner Worte im Neuen Testament Gerichtsworte spricht oder Gerichtsgleichnisse erzählt? Es sind Worte, in denen er den Menschen zur Entscheidung auffordert für ihn und zwar ganz und entschieden. Wer müht sich denn noch „mit Furcht und Zittern“ (Phil 2,12) um sein Heil, wie es Paulus nahe legt, weil nach der Schrift und aus der Sicht Jesu völlig ohne Zweifel die Möglichkeit besteht, auch verloren zu gehen? Viel mehr aber noch ist Paulus von der Hoffnung getragen, dass er, der Allmächtige, uns aus Liebe zu neuen Menschen machen will und schon damit begonnen hat.
In dem Augenblick aber, wo alle diese Erfahrungen eben keine mehr sind, nicht mehr nachvollziehbar sind, nicht mehr im Kirchenvolk erlebt, erzählt, tradiert werden, in dem Augenblick kann es im Grunde auch gar nicht mehr sein, dass wir einen Anspruch von Gott selbst an uns wahrnehmen. Einen Anspruch von dem, der uns heiligen will. Der Anspruch wird verdünnt und reduziert auf ein nur mehr gedachtes Gesetz, und von hier ist der nächste Schritt nur ein ganz kleiner, der dann sagt: „Das gedachte Gesetz hat sich die Kirche aus-­‐gedacht, um uns zu knechtenUnd jetzt wo die Zeiten sich ändern, muss sie das Gesetz auch ändern!“ Der Anspruch,in der Kirche durch Gottes Gegenwart geheiligt zu werden, ist fast gänzlich in Vergessenheit geraten. Gutes Leben ist jetzt, was alle gut finden; die Gesellschaft als Messlatte für einen, hoffentlich nicht allzu zu anspruchsvollen Humanismus. Und nur die Kirche ist dann schlecht und von gestern, weil sie uns unser gutes, heutiges Leben nicht gönnt!
Säkularisierung bedeutet auch, "dass der innere Abstand der Menschen von Gott heute offenbar wieder größer geworden" sei. Dies bedeute eine Entfremdung von Gott, die aus Osters Sicht durch Bekehrung und erneute Hinwendung zum Gott des Lebens und das Bekenntnis zum menschgewordenen Gott in Jesus Christus überwunden werden kann.

Osters Bekenntnis im Hinblick auf die Sexuallehre der Kirche ist eindeutig:

[M]enschliche Sexualität [ist] in diese Bewegung der Heilung und Heiligung mit hineingenommen und bleibt gerade nicht davon unberührt. Und von diesem Anspruch her gibt es von Gott bejahte und konkret vollzogene sexuelle Aktivität in ihrer ganzheitlichen Zielrichtung auch nur ganz oder gar nicht. Das heißt nur und ausschließlich in einer Ehe zwischen einem Mann und einer Frau, mit der Offenheit auf Lebensweitergabe, mit Verbindlichkeit und Treue und der Sorge um das gegenseitige Wohl der Ehepartner – bis zum Lebensende wenigstens eines der Partner.
Und:
Analoges zu dem, was eben über christliche Ehe gesagt wurde, gilt nun aber auch für diejenigen, die an Christus glauben, die seine Realpräsenz in unserer Welt bejahen, und beispielsweise keinen Partner finden oder etwa einen gleichgeschlechtlichen Partner ersehnen, weil sie Menschen mit homosexuellen Neigungen  sind. (...)

Ehrlicher, tiefer Glaube kann also beispielsweise dem Single helfen, ein froher Single zu bleiben und er kann dem Menschen mit homosexueller Neigung helfen, auch ohne die volle sexuelle Erfahrung erfüllt zu leben bzw. sich von Gott in ein Leben hinein führen zu lassen, das seinem Willen entspricht. Und er kann auch einem von seinem Partner getrennt lebenden Verheirateten die Kraft geben, diese Situation mit ihm zu tragen.

Damit bestätigt Bischof Oster die Feststellung Kardinal Scheffczyks in dessen Auseinandersetzung um Eucharistie, Ehesakrament und Zulassung zur Kommuniomn, dass es hier um eine Frage des Glaubens und des Unglaubens - bzw. des Glaubensmangels - geht. Was Scheffczyk mit Blick auf die Frage der Unauflöslichkeit der Ehe sagt, beklagt Oster in Bezug auf die Gesamthaltung des weitgehend von Gott entfremdeten Menschen zur Lehre der Kirche. Kardinal Scheffczyk schrieb in seiner Untersuchung "Eucharistie und Ehesakrament" Folgendes:

Wenn die Kirche dieser Haltung stattgeben und die Kommuniongemeinschaft erlauben würde, gäbe es in der Kirche Eheleute, die die Unauflöslichkeit der Ehe mit allen ihren bisweilen bis zur menschlichen Tragik reichenden Konsequenzen um der göttlichen Wertordnung willen festhalten, und andere, die überzeugt einer anderen Wertordnung folgen.

Hier stehen sich tatsächlich nicht mehr zwei verschiedene Gewissensentscheidungen gegenüber (was auch schon für das Wesen der Kirche manche peinliche Frage zuließe), sondern zwei veschiedene Wert- und Glaubensordnungen. Es stehen sich im Grunde Glaube und Unglaube (oder Glaubensmangel) gegenüber.

Die Kirche kann es nicht zulassen, daß in ihr völlig verschiedene Wertordnungen Geltung haben und verschiedene Glaubensauffassungen gleichberechtigt nebeneinander stehen. Es ist dann nicht nur die Gefahr gegeben, daß die leichtere Praxis zahlenmäßig die Oberhand gewinnt, sondern daß aus dem materiellen Unglauben ein formaler wird.

Die Kirche könnte sich aber auch bei Gleichstellung des Glaubens mit dem materiellen Unglauben nicht mehr als Gemeinschaft der Glaubenden, der an einem Glauben Festhaltenden (vgl. Eph 4,5) bezeichnen.

Es lohnt sich, die "unzeitgemäßen Gedanken" des Bischofs von Passau in voller Länge zu lesen (ebenso wie die Lektüre von Kardinal Scheffczyk). Es wird sich zeigen, ob Bischof Oster seine Überzeugung auch gegen eine Bischofskonferenz, deren Bischöfe in der Mehrheit den Positionen Kardinal Walter Kaspers zustimmen und das Problem des Unglaubens bei Kirchenvolk und -leitung nicht sieht oder sehen wollen, durchsetzen kann. Vielleicht aber finden nun auch andere Bischöfe wieder Mut und folgen seinem guten Beispiel, die Lehre der Kirche authentisch zu verkünden, so wie es ihre Aufgabe wäre.


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Samstag, 15. November 2014

Ehrfurcht und Liebe - Begegnung mit dem Ganz-Anderen

von P. Bernward Deneke FSSP, Wigratzbad

Predigt am 22. Juni 2014, 2. Sonntag nach Pfingsten; Nachprimiz von P. Robert Dow FSSP

„Zu Deinem Namen, Herr, lass uns zugleich Furcht und immerwährende Liebe haben, da Du ja niemals denen Deine Führung entziehest, die Du in der Festigkeit Deiner Liebe begründest.“ (Oratio)

Stellen wir uns einmal vor, wir hätten heute, bei dieser heiligen Messe, eine Art kollektive Vision. Plötzlich wären wir alle im Geiste entrückt. Und da würde sich uns folgendes Bild bieten: Inmitten sieben goldener Leuchter wäre hier am Altar eine Gestalt zu sehen, einem Menschen gleich und doch ganz anders. Ein himmlisches Wesen, angetan mit einem wallenden Gewand und umgürtet mit goldenem Gürtel. Sein Haupt und Seine Haare wären wie schneeweiße Wolle, die Augen wie eine Feuerflamme, die Füße wie glühendes Glanzerz. Der Klang Seiner Stimme tönte donnernd wie das Rauschen vieler Wasser. In Seiner Hand hielte diese Erscheinung sieben Sterne, und aus ihrem Mund ginge ein scharfes, zweischneidiges Schwert hervor. Das Antlitz leuchtete, wie wenn die Sonne in aller Kraft scheint. 

Diese Vision wäre so ganz anders als alles, was uns vertraut ist. Anders als die lieblichen, gefühlvollen Bildchen von Jesus, die uns in der Welt der Frömmigkeit begegnen. Anders aber auch als die großen Kunstwerke, die den Herrn zeigen. Sogar anders als die ehrfurchtgebietenden Christusikonen der Ostkirche und die machtvollen Mosaiken in alten Kirchen. Was würde wohl mit uns armen Sterblichen geschehen, wenn wir solches jetzt zu schauen bekämen? Vermutlich nichts anderes als das, was an demjenigen geschah, der diese Christuserscheinung vor wohl mehr als 1900 Jahren hatte. In seiner Apokalypse berichtet uns ja der heilige Apostel Johannes, dass er bei seiner Verbannung auf der Insel Patmos diese Schauung hatte. Und was geschah mit ihm? Johannes stürzte wie tot zu Füßen des Herrn nieder und musste durch dessen rechte Hand wieder aufgerichtet werden. Welche Vorstellung, das würde hier und heute uns allen geschehen! 

In der Religionsphilosophie spricht man seit der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gerne davon, das Heilige sei für uns Menschen ein mysterium tremendum et fascinans. Rudolf Otto, auf den die Formulierung zurückgeht, wollte damit die Wirkung dessen beschreiben, womit wir es in der Religion zu tun haben. Die Begegnung mit dem Bereich des Ganz-Anderen, des Göttlichen, lasse den Menschen erschrecken und erzittern: mysterium tremendum. Zugleich aber schlage es ihn in Bann, ziehe ihn wie magisch an, fasziniere ihn: mysterium fascinans.

Dieser Doppelcharakter wird tatsächlich an den verschiedenen Gotteserscheinungen der Bibel deutlich: Moses erblickt den brennenden Dornbusch und sagt sich: „Ich will doch hingehen und dieses seltsame Schauspiel betrachten.“ Als der Herr ihn aber aus dem Dornbusch anspricht, heißt es: „Da verhüllte Moses sein Angesicht, denn er fürchtete sich, Gott anzuschauen.“ Beides liegt hier direkt beieinander: die magnetische Anziehungskraft und die Furcht davor, den Allheiligen zu schauen. 

Ähnlich beim Propheten Elias, der auf dem Berg den Vorübergang des Herrn erlebt. Nach einem heftigen Sturm, der Berge zersprengt und Felsen spaltet, nach Erdbeben und Feuersbrunst vernimmt der ein leises, sanftes Säuseln. Und die Schrift sagt: „Da, als Elisas dies vernahm, verhüllte er sein Antlitz mit seinem Mantel, ging hinaus und trat an den Eingang der Höhle.“ Er kann nicht anders, als sein Gesicht zu verbergen – mysterium tremendum. Und doch ist er von der Gotteserscheinung in Bann geschlagen und tritt in den Eingang – mysterium fascinans

Nicht anders bei den Propheten Jesaja und Ezechiel, die überwältigender Schauungen gewürdigt werden. Jesaja erlebt die Gotteserscheinung im Tempel wie hingerissen, ruft aber dann aus: „Wehe mir, ich bin verloren. Denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen und wohne unter einem Volk mit unreinen Lippen, und meine Augen haben den König, den Herrn der Heerscharen, geschaut.“ Und Ezechiel hat die Vision vom göttlichen Thronwagen. Sie wirft ihn zur Erde, und nachdem ihn der Geist Gottes emporhebt, gerät er doch in tiefste Niedergeschlagenheit, sieben Tage bleibt er starr und stumm unter den Menschen. Ein postvisiönäres Syndrom, ein Depression vielleicht? Nein, Ezechiel wurde vom mysterium tremendum et fascinans, gepackt! 

Ja, wir könnten noch eine ganze Reihe solcher göttlichen Manifestationen anführen, in denen Menschen zugleich von Furcht und Faszination gepackt wurden. Denken wir im Neuen Testament nur an die Hirten, denen die Engel über den Fluren Bethlehems die Geburt des Messias künden: Sie fürchten sich sehr und sind doch bald schon von solcher Begeisterung, solchem Jubel ergriffen! Und dann eben die apokalyptische Vision des Johannes auf Patmos. Bemerkenswert ist, dass ausdrücklich gesagt wird, sie sei an einem Sonntag geschehen. Es drängt sich geradezu der Gedanke auf: am Sonntag, bei der Feier der heiligen Geheimnisse, bei der Messe! Das würde auch insofern passen, als die Apokalypse des heiligen Johannes stark liturgisches Gepräge trägt, ja in ihrem Ablauf große Ähnlichkeiten mit dem Tempelkult der Juden wie mit dem Gottesdienst der Christen hat. Und daher ist es auch keineswegs absurd, wenn wir uns vorstellen, uns würde hier und heute, bei dieser heiligen Feier, eine solche Schau zuteil. 

Jedenfalls ist die Wirklichkeit, die hinter der sakramentalen Zeichenwelt steht, von himmlischer, göttlicher Art. Sie ist tatsächlich umwerfend und hinreißend. Nur, dass wir oberflächlichen Geister das so leicht vergessen und daher völlig teilnahmslos und gelangweilt dabei sein können. Wir haben die Heilige Messe ja schon so oft erlebt, etwas Neues gibt es dabei ohnehin nicht mehr zu erwarten. Zwar glauben wir noch irgendwie das, was die Kirche darüber lehrt: Vollzug des Opfers Jesu Christi, Gegenwart des himmlischen Herrn, wie Ihn Johannes geschaut hat. Aber wir sind in den geistlichen Sinnen unentwickelt oder abgestumpft, im Herzen dem liturgischen Geschehen entfremdet. Und daher bewegen sich unsere Gedanken überall umher. Von einer Begegnung mit dem mysterium tremendum et fascinans, einer Überwältigung durch das unfassbare Ereignis kann nicht die Rede sein.

Wenn das nun schon von den Gläubigen gilt, die in einigem Abstand der Zelebration am Altar beiwohnen: Wie ist es dann erst für den Priester, der solches nicht nur dann und wann aus der Ferne miterlebt, sondern der es nach dem Willen der Kirche täglich vollzieht; der die heilige Gestalt bei der Wandlung in seinen Händen hält, sie bricht und später den Gläubigen austeilt? Ist er nicht in noch größerer Gefahr als alle anderen, das alltäglich gewordene Tun dann auch wie etwas Alltägliches zu tun, vor allem, wenn er es jahre- und jahrzehntelang verrichtet? Mit welcher inneren Anteilnahme wird unser Neupriester Robert Dow in 5, 10 oder 20 Jahren seine soundsovieltausendstes Messopfer darbringen? 

So unterliegt das Höchste und Heiligste scheinbar zwangsläufig dem Verschleiß, und gelegentlich tritt es uns, schmerzlich vielleicht, zu Bewusstsein, dass es eigentlich anders sein sollte. Aber die Sache mit dem mysterium tremendum et fascinans ist eben eine beeindruckende Theorie, die mit der Praxis nicht viel zu tun hat. Was sollte es auch nützen, wenn die Priester ständig entrückt und entzückt wären? Dadurch käme doch nur die Zeitplanung durcheinander… 

Sagen wir es sogleich: Es ist auch gut so und entspricht Gottes weiser Einrichtung, dass die Heilige Messe normalerweise eher nüchtern erlebt wird, im Glauben und nicht in ekstatischer Schau. Der Gottessohn ist in die Welt und in die Zeit eingegangen und durch die Sakramente, vor allem durch die Eucharistie in der Welt und in der Zeit geblieben. Dadurch hat Er für uns tatsächlich eine gewisse Alltäglichkeit angenommen. Aber – und das ist das große Aber – jeder von uns, allen voran der Priester, steht in der Pflicht, alles zu tun, damit daraus keine blasse und hohle Alltäglichkeit werde, sondern die Ehrfurcht und Liebe zu diesen Geheimnissen und zu dem, der in Ihnen zu uns kommt, tiefer und lebendiger werde. Ehrfurcht und Liebe – das ist ja die Antwort auf das mysterium tremendum et fascinans. Insofern es uns erzittern lässt, erfüllt uns die Furcht des Herrn, insofern es uns aber in Bann schlägt, ergreift uns heilige Liebe.

Daher kann ich am Tage der heutigen Nachprimiz unserem Neupriester und uns allen gar nichts Besseres auf den Weg geben als das, was uns die Kirche auf den Weg gibt. Das Tagesgebet dieses zweiten Sonntags nach Pfingsten bittet nämlich genau um dies: um Ehrfurcht und um Liebe. Noch ganz unter dem Bann des Fronleichnamfestes stehend (in dessen leider abgeschaffte Oktav der heutige Sonntag früher fiel) und schon das königliche Hochzeitsmahl des Evangeliums vor Augen, beteten wir eben: „Sancti nominis tui timorem pariter et amorem…Zu Deinem Namen, Herr, lass uns zugleich Furcht und immerwährende Liebe haben, da Du ja niemals denen Deine Führung entziehest, die Du in der Festigkeit Deiner Liebe begründest.“ 

Ehrfurcht und Liebe erhalten uns in der heiligen Spannung. Die Furcht des Herrn, Anbeginn der Weisheit, lässt uns erschüttert erkennen, wer da unter uns ist, und uns niederfallen vor Ihm. Die Liebe aber zieht uns zu Ihm hin in immer größerem Verlangen nach tiefer Vereinigung mit Ihm. Und diese Liebe sichert uns auch die Beständigkeit der göttlichen Führung: „…da Du ja niemals denen Deine Führung entziehest, die Du in der Festigkeit Deiner Liebe begründest.“ Führung heißt nicht nur, dass wir irgendwie mit unserem Herrn verbunden bleiben, sondern vielmehr, dass Er uns zu einer immer innigeren und stärkeren Verbindung geleitet. 

In der Ehrfurcht und Liebe zu bleiben und zu wachsen, dem dient im Leben des Gläubigen, vor allem des Priesters, das Gebet, insbesondere die tägliche Betrachtung der Geheimnisse Gottes. Darin üben sich schon treu die Seminaristen im Hinblick auf ihre spätere Aufgabe, darin muss der Priester ebenso treu verharren, um Tag für Tag das Heiligste mit wachsender Hingabe vollziehen zu können. Ehrfurcht und Liebe werden auch durch die regelmäßige Beichte erneuert und angefeuert: In tieferer Reinheit sind wir empfänglicher für das Licht, das vom eucharistischen Herrn ausgeht. 

Furcht und Liebe zugleich kommen wunderbar in einem Wort des heiligen Pfarrers von Ars zum Ausdruck. Er sagte einmal: Wenn der Priester erkennen würde, was er ist, dann müsste er sterben; sterben nicht vor Angst, sondern aus Liebe. Mysterium tremendum et fascinans der heiligen Messe, mysterium tremendum et fascinans zugleich auch des heiligen Priestertums! Jetzt also, wenn unser Neupriester Robert Dow das Opfer Christi darbringt, lasst uns daran denken: Hier lodert der brennende Dornbusch, hier erfüllt die Herrlichkeit Gottes Sein Heiligtum, hier rufen die Seraphim unablässig ihr „Heilig, heilig, heilig“, hier ist im leisen, sanften Säuseln unser Herr unter uns, Er, dessen Antlitz heller strahlt als die Sonne, dessen Augen wie eine Feuerflamme sind und aus dessen Mund das zweischneidige Schwert hervorgeht. Er selbst ist das mysterium tremendum et fascinans, das Geheimnis, das uns zittern, weitaus mehr aber anbeten, danken und lieben lässt. 

Deshalb unser heutiges Gebet, unterstützt durch die Fürsprache der Gottesmutter und aller Engel und Heiligen, für unseren Neupriester, für alle Diener des Heiligtums und für uns selbst: 

Zu Deinem Namen, Herr, lass uns zugleich Furcht und immerwährende Liebe haben, da Du ja niemals denen Deine Führung entziehest, die Du in der Festigkeit Deiner Liebe begründest.


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Weiteres zur Gottesbegegnung in der Liturgie:



Mittwoch, 12. November 2014

Liebe ist (nicht)...



Liebe ist nicht (nur) ein Gefühl,
sondern (vor allem) eine Aufgabe.


Dienstag, 11. November 2014

Gedanken über Sprachverwirrung zu St. Martin und anderen Gelegenheiten

Auch in diesem Jahr findet sich der heilige Martin wieder in den Schlagzeilen. Schon vor drei Jahren hatte dieser Heilige in einem städtischen Kindergarten in Bochum "seine Kündigung bekommen", wie sich die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" erinnert.

Und in diesem Jahr geht es weiter: Im Namen von "Religionsneutralität" und "Kultursensibilität" wäre doch der Name "Sonne-Mond-und-Sterne-Fest" viel angemessener! Da kann man dann nur noch unter Toleranzbeteuerungen auf den heiligen Martin als "soziale Leitfigur", die für das Teilen stehe, verweisen.

Aus Weihnachtsmärkten werden "Wintermärkte" und die entsprechende Advents- bzw. Vorweihnachtsbeleuchtung geht, wenn überhaupt, dann nur als "Konzept Winterlicht".

In diesen grotesken Sprachexzessen geht es um die Verdrängung christlicher Namen und Begriffe aus dem öffentlichen Raum. Vielleicht wird ja irgendeine Dialog-Stuhlkreis-Initiative unter psychosozialer Supervision demnächst ein Kompromisskonzept präsentieren: der Weihnachtsmann (bzw. die Weihnachtsfrau) reitet auf dem Pfingstochsen zur Osterhasenjagd, das Sonne-Mond-und-Sterne-Fest ist die Eröffnung der Jagdsaison.

Dabei ist noch garnicht die patriarchalische Problematik des Martinstages thematisiert worden, ein Mann (!), "hoch zu Ross"(!) als Anführer eines Laternenzuges von Kindern, an deren Ende an alle Kinder "Weckmänner" (!) mit einer "Tonpfeife" (!) verteilt werden. Eindeutig ein Fall für die Menschenrechtskommission; Claudia Roth übernehmen Sie! Übrigens, heute hat Martin Luther Namenstag!


katholisch.de-Standpunkt vom 11.11.2013 von Wallfahrtsdirektor Prälat Wilhelm Imkamp, Maria Vesperbild



All denjenigen,
die heute am Fest des hl. Martin ihren Namenspatron feiern,
herzlichen Glückwunsch und Gottes reichen Segen!

Heiliger Martin, bitte für uns!


Weiteres zum heiligen Martin:



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